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The Division Bell The Division Bell ist männlich
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Arkane & The Division Bell · There's a hunger still unsatisfied... Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Outplay
nach dem Treffen mit Feel the Moment

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Es tat mir so leid, dass ich Feel nicht hatte besser helfen können. Unserer Suche nach seiner Freundin Tears war vergeblich geblieben. Warum musste es so viel Unheil auf dieser Welt geben? Am liebsten hätte ich die Frage laut in die Nacht hinaus gebrüllt, aber ich wusste, ich würde keine Antwort bekommen. Ich wusste, dass niemand die Antwort darauf wusste. Selbst nach so vielen Jahren gab es auch für mich noch so vieles, was ich mir nicht erklären konnte, was ich niemals erfahren würde und was mir für immer ein Rätsel bleiben würde. Aber der junge Hengst war so nett gewesen, er hatte es nicht verdient, dass das Schicksal seinem jungen Leben solche großen Steine in den Weg legte. Er gab sich doch die größte Mühe, alles richtig zu machen. Auch mich alten Greis hatte er mit dem gebührenden Respekt behandelt - und eigentlich sollte man ja nicht nur Achtung vor dem Alter haben, sondern vor jedem Artgenossen, der sich einem gegenüber freundlich benahm. Feel hatte mir stets zugehört, mich bewundert und nicht etwa ausgelacht oder verspottet. Er hatte es ernst genommen, was ich sagte, er hatte mich um Rat gefragt und meine Hilfe gebraucht und sich nicht gescheut, sie auch anzunehmen. Er war nicht zu stolz gewesen. Ich war mir sicher, dass auch Arkane ihn gemocht hätte.
Ach, Arkane. Wie ich Feel erzählt hatte, wir waren uns nur einmal begegnet. Aber dies hatte ausgereicht, um ein feines Band zwischen uns zu knüpfen, das meiner Meinung nach bis heute nicht zerrissen war, auch wenn wir uns nie wieder gesehen hatten und es auch wahrscheinlich nie wieder tun würden. Ich nahm es ihr nicht übel, dass sie gegangen war. Ich fand es bedauerlich, dass sie sich nicht verabschiedet hatte, ja. Aber ich war mir ganz sicher, dass sie ihre Gründe gehabt hatte. Schließlich wusste sie, genau wie ich, stets, was sie tat. Sie hatte gewusst, worauf es im Leben ankam. Und ich glaubte, dass sie Freundschaften ernst nahm. Und deshalb hoffte ich, dass sie dort, wo immer sie auch war, manchmal auch noch an mich dachte, so wie ich an sie. Vielleicht nicht ganz so oft. Das konnte ich nicht erwarten. Aber ich wünschte mir, dass sie wusste, dass sie sich auf mich verlassen konnte. Ich würde hier sein. Zwar hatte ich mir oft vorgenommen, weiter zu ziehen, zu versuchen, woanders mein Glück zu finden. Aber wenn man es genau nahm, hatte ich mir dabei etwas vorgemacht. Ich würde hier bleiben. Hier gehörte ich hin. Naja, vielleicht nicht zu einhundert Prozent, aber doch fühlte ich mich ja wohl. Und ich war müde. Ich fand, das war ein guter Ort zum Sterben, auch wenn ich mir wünschte, dass es noch eine ganze Weile nicht so weit sein würde.
Als meine feinen Ohren ein Rauschen vernahmen, hob ich den Blick und erkannte, dass mich meine Hufe an den Strand getragen hatten. Hier lag weniger Schnee als auf den Wiesen und die Wellen brachen sich ungehindert am Ufer. Das Geräusch war unheimlich beruhigend und die funkelnden Sterne, die sich im Wasser spiegelten, sahen einfach wunderschön aus. Den Horizont konnte ich in der Dunkelheit nicht sehen, aber ich wusste auch so, dass er unheimlich weit entfernt war. Die ungeheure Größe des Ozeans hatte mich schon immer fasziniert. Oft hatte ich mich gefragt, was wohl auf seiner anderen Seite lag. Aber ich hatte mich schon vor langem damit abgefunden, dass ich in diesem Leben nicht mehr alles erfahren würde. Langsam schritt ich durch den kühlen, fast eiskalten Sand, sog die salzige Luft genießerisch ein und begab mich in die Einsamkeit. Nun, nicht ganz. Unweit von mir konnte ich eine Gestalt ausmachen, zunächst nur ein Schemen, bis ich näherkam, und schließlich auch ihren süßlichen, weiblichen Geruch wahrnahm. Leises Erkennen regte sich in mir, mein Herz begann, stärker in meiner Brust zu klopfen, schlug fast schon schmerzhaft gegen meine Rippen. Nein, es konnte nicht sein. Meine Augen mussten mir einen Streich spielen. Ich hatte so sehr über sie nachgedacht, dass ich sie mir nun schon einbildete. Ich war eben alt, ich wurde langsam immer wunderlicher, was war schon dabei? Aber als ich sie fast erreicht hatte und sie immer noch nicht verschwand, da merkte ich, dass es das Leben zum ersten Mal seit langem wieder gut mit mir meinte. Ich sagte nur ein Wort.
"Arkane."
Aber es lag so viel Freude darin, wie ich es mit tausend Sätzen nicht hätte ausdrücken können.

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Wiedereinstieg nach "x" Jahren.

Zuhause. Es war das erste Wort gewesen, was der dunklen Stute in den Kopf geschossen war, als sie die bekannten Gefilde dieses Landes erreicht hatte. Wie lange war es her? Sie traute ihrer Erinnerung nicht mehr ganz, aber sie wusste, dass es zu lange war, zu lange, um noch zu hoffen. Jeden Winkel hatte sie abgewandert, in der Hoffnung den Einen, für den sie um die halbe Welt reisen würde, noch einmal zu sehen. Doch es war vergebens gewesen. Die Wälder, an dem die größte Erinnerung hing, waren ihr trostlos und kalt vorgekommen ohne seine Worte, seine reine Anwesenheit, die ihn füllte und erstrahlen ließ. Es war Winter gewesen, genau wie jetzt und auch wenn sie einige wenige Hufspuren im Schnee gefunden hatte, so waren es doch nicht die Seine gewesen. Warum sie ihn so verzweifelt suchte, wo sie ihn doch damals verlassen hatte, ohne ein Wort des Abschieds? Sie wusste es nicht mehr, hatte nur noch die dunkle Ahnung davon, dass sie ihn schützen wollte. Vor ihr. Die Rappstute war einfach weitergezogen, nahezu in blinder Panik und hatte den kümmerlichen Rest ihres Lebens gelebt, nachdem sie sich selbst den größten Teil dessen aus der Brust gerissen hatte. Wie viel Leid hatte sie seitdem gesehen, wie viele hoffnungslose und zerstörte Stuten zurückgelassen, die fassungslos mit leerem Blick in die Luft starrten, überhaupt nicht mehr anwesend, nicht lebensfähig. Wie viele Herden hatte sie gesehen, die sich gegenseitig bekriegten, Mord und Todschlag begangen, nur um der Befriedigung ihrer Gelüste willen. All das hatten sie vorhergesagt, hatten gewusst, dass es immer schlimmer werden würde, immer mehr. Es war ein Glück, dass sie überhaupt so lange überlebt hatte, wenn auch mit einigen mehr Blessuren, aber sie hatte überlebt. Es war naiv gewesen zu glauben, dass auch der große Schwarze dieses Glück hatte. Er war so voller Wut gewesen, so voller Schmerz und Trauer über das, was geschah, dass es sie nicht wundern würde, wenn er für seine Sache gestorben war. Wundern nicht, nein, aber es würde ihr das letzte Bisschen nehmen, was von ihrem Glauben übrig geblieben war. Sie hatte keine Kraft mehr, hatte sie schon lange nicht mehr und als sie es endlich gemerkt hatte und sich auf den Weg hierher gemacht hatte, war es anscheinend schon zu spät gewesen. Das Rauschen des Meeres tönte an ihre Ohren und ein leises Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, als sie den Blick hob und den weiten Strand erblickte, beobachten konnte, wie die Wellen sich immer und immer wieder brachen, nach vorne schwemmten, nur um sich wieder zurückzuziehen und das Spiel von vorne zu beginnen.
Es war das Ende, ab hier ging es nicht mehr weiter. Als sie den Sand, hart und eisig, unter ihren Hufen spürte, blieb sie stehen, hob den Kopf in den kalten und salzigen Wind und schloss die Augen, auch wenn ihre Lider nicht mehr vermochten die Tränen zurückzuhalten. Ihr Gehirn projizierte das letzte, verschwommene Bild, was von ihm übrig geblieben war und ihre Erinnerung war so gnädig sie noch einmal seinen Duft riechen zu lassen. Der letzte Ort an dem sie ihn hätte finden können, der Ort, an dem sie ihre Hoffnungen begraben würde, das Meer. Es war ein unbeschreiblicher Schmerz, der sie übermannte, ein Schmerz, bei dem sie Schreien wollte, aber nicht konnte. Stattdessen rang sie nach Luft, schüttelte widerwillig den Kopf, konnte, nein wollte es nicht glauben. Verzweifelt wandte sie den Blick ab von den donnernden Wellen -und erstarrte. Spielte ihr wirrer Kopf einen diabolischen Schabernack mit ihr? Oder war dieses Bild der Versuch ihres Unterbewusstseins sie zum Weiterleben zu bewegen? Die schwarze Gestalt bewegte sich auf sie zu, nahm langsam, aber sicher an Schärfe und Kontur zu und auch der Duft wurde kräftiger, deutlicher. War sie bereits gestorben, ohne es zu merken? Sollte das der Himmel sein, war es ihr also vergönnt das Wichtigste, das, was sie am Leben hielt, wiederzusehen, hatte sie tatsächlich so viel Gutes getan, dass man es ihr erlaubt hatte?
Erst als er vor ihr stand, in seiner gesamten, wenn auch genauso sehr wie sie gealterten, Pracht und dieses eine Wort aussprach, ihren Namen, erst da begann sie zu begreifen. Wie ein Sturzbach stürmten jegliche Gefühle auf sie ein, schienen darum zu boxen, wer die Oberhand übernehmen würde und merkten doch nicht, dass sich eines bereits ganz klammheimlich an die Spitze geschlichen hatte. Unendliche Freude, die aus ihr herausbrach, wie eine Quelle aus dem Gestein der Berge. "Division." Er war es, sie hatte ihn gefunden und konnte ihr Glück nicht fassen. Zögernd, fast stockend, überwand sie stumm die letzte Entfernung, die sie trennte, strich mit ihrem Kopf an dem seinen entlang, um ihn mit ihrem Hals umschlingen zu können. Tränen bahnten sich, wie so häufig, einen Weg durch ihr Fell, doch dieses Mal waren es Tränen der Freude und der Dankbarkeit für dieses Wiedersehen. "Du bist es wirklich.", flüsterte sie, schluchzte und schmiegte sich so fest sie sich wagte an den Schwarzen, hätte ihn am liebsten nicht mehr losgelassen, um sicherzugehen, dass sie sich nie wieder aus den Augen verloren.
Energisch drängte sie die Zweifel beiseite, gönnte sich diesen einen Augenblick Egoismus und liebte ihn so, wie sie ihn damals bereits lieben wollte, bevor sie es sich zu seinem Schutz verbot.

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Arkane.
Mutter aller || 21 Jahre alt || Sorgen, Kind?




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24.02.2014 23:52 Arkane ist offline Email an Arkane senden Beiträge von Arkane suchen Nehmen Sie Arkane in Ihre Freundesliste auf Füge Arkane in deine Contact-Liste ein
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Als ich sie ansah, kam es mir so vor, als hielte mir die Welt einen Spiegel vor, denn sie sah genauso ungläubig aus wie ich. Aber in ihren Augen funkelte die gleiche Wiedersehensfreude wie in den meinen. Und als sie meinen Namen flüsterte und auf mich zutrat um mich zu umarmen, da gab es für mich keinen Zweifel mehr - die Stute war real, sie war zurückgekehrt, zurück zu mir. Es war mir egal, ob das vielleicht übertrieben klang, ob so etwas normalerweise nur im Märchen geschah oder was auch immer. Es geschah wirklich und dies hier war mein Leben, nicht nur irgendeine Geschichte.
Lange standen wir einfach nur da, ich hatte die Augen geschlossen und genoss ihre Nähe, die mir immer noch so unwirklich vorkam, als hätte ich sie allein durch die Kraft meiner Gedanken herauf beschworen. Aber als ich nach einer kleinen Ewigkeit, oder nur ein paar Minuten, ich wusste es nicht, zurücktrat, um sie anzusehen, da war sie immer noch da und erwiderte nach wie vor meinen Blick aus ihren hellen Augen. Kurz musterte ich sie. Auch Arkane war durch die vergangenen Jahre vom Alter noch mehr gezeichnet worden als sie es ohnehin schon gewesen war. Aber es stand ihr hervorragend. Sie wäre nicht dieselbe gewesen, hätte sie jung und makellos hier vor mir gestanden. Mal davon abgesehen, dass dies schlichtweg unmöglich gewesen wäre. Ich fragte sie auch nicht, wo sie gewesen war, zumindest nicht jetzt. Denn es war im Moment nicht von Belang. Es zählte für mich nur, dass sie wieder da war und dass wir nun endlich, wenn auch mit gehöriger Verspätung, dort würden anknüpfen können, wo uns das Schicksal das letzte Mal einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Sicher interessierte es mich, was sie bisher erlebt hatte und ich wollte ihr auch gerne davon erzählen, was ich in der Zwischenzeit getrieben hatte - auch, wenn es ehrlich gesagt nicht besonders viel war. Aber ich hatte große Lust, ihr Feel vorzustellen oder Topthorn, sollte ich ihm je wieder begegnen, und... Die Gedanken überschlugen sich geradezu in meinem Kopf, so aufgeregt war ich. Dafür war doch noch genug Zeit, irgendwann in der Zukunft - hoffentlich. Ich hoffte so sehr, dass die Schwarze plante, zu bleiben, oder dass sie mich beim nächsten Mal, wenn sie gehen wollte, wenigstens fragen würde, ob ich sie begleiten mochte. Ich hätte es ohne zu zögern getan. Ich wäre ihr bis ans Ende der Welt gefolgt, denn ich wusste, hatte es schon immer gewusst und fühlte mich jetzt umso mehr bestätigt, dass sie meine Seelenverwandte war. Wir gehörten zusammen, auch wenn wir uns eigentlich kaum kannten. Aber was spielte die Zeit schon für eine Rolle?! Sie war doch nur allzu selten auf unserer Seite, wenn man mal bedachte, was sie mit unseren Körpern und Gedanken anstellte. Also warum sollten wir ihr eine übermäßige Bedeutung zumessen? Wir würden das nachholen, was wir verpasst hatten, jetzt, später, irgendwann.
"Ich bin so froh, dass du wieder da bist", zerriss meine Stimme irgendwann die Stille und als ich zum Horizont blickte und die Sonne emporsteigen sah, da konnte ich erahnen, wie lange wir hier schon standen und uns angesehen hatten. Nur angesehen, ohne zu sprechen, den anderen förmlich in uns aufgesogen hatten, nur, um ihn ja nie wieder zu verlieren. "Es war sehr einsam hier ohne dich." Kein Vorwurf lag in meiner Stimme. Was hätte es genützt? Ich war alleine klar gekommen, ja, doch mir hatte immer etwas gefehlt. Aber die Zeit hatte auch darauf keine Rücksicht genommen, sie hatte nicht etwa angehalten, um mich mal eben aussteigen zu lassen. Wir konnten das, was geschehen war, nicht ändern. Wir konnten nur Besserung geloben.
"Geht es dir gut?", fragte ich sie dann und wusste, dass sie wissen würde, dass sie ehrlich zu mir sein konnte. Vorsichtig überbrückte ich die entstandene Distanz zwischen uns beiden wieder und berührte sie zart am Hals, wie als müsste ich mich vergewissern, dass sie immer noch vor mir stand. Sie war schön. Das hatte ich schon immer gefunden. Sie war reif und das machte sie umso anziehender. Ich hoffte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte. Aber ich würden den Blick, den sie mir geschenkt hatte als sie mich erblickt hatte, nie wieder vergessen. Ich hatte darin gelesen, dass es ihr ebenso ging wie mir. Und das war auch nur logisch. Denn wir zwei waren gleich.

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25.02.2014 12:09 The Division Bell ist offline Email an The Division Bell senden Beiträge von The Division Bell suchen Nehmen Sie The Division Bell in Ihre Freundesliste auf
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Wenn sie jemals den Mittelpunkt der Erde betiteln müsste, so würde sie wohl von diesem Moment an stehts behaupten, dass er hier war, bei ihr und sie würde ihm nicht mehr von der Seite weichen, zumindest nicht mehr für eine so lange Zeit. Während sie so da standen und sich einfach nur in die Augen sahen war es für die Rappstute so, als würde die Welt aufhören sich zu drehen, als würde die Zeit endlich still stehen und sie dürfte ihr Glück bis in alle Ewigkeiten genießen. Das, was um sie herum geschah, hatte seine Bedeutung verloren und würde sie nie wieder erlangen. Das Einzige, was von nun an wichtig war, war wieder zu leben, zu jauchzen und zu feiern, zu schreien und zu jubeln, innerlich, wie äußerlich und das mit demjenigen, den Einzigen, mit dem sie diese Dinge je hatte tun wollen. Es mochte lächerlich klingen, ja selbst für sie war es lächerlich gewesen. Viele hatten ihr davon erzählt, von Liebe auf den ersten Blick, davon, dass man jedem sein Herz schenken konnte und das nur nach wenigen Minuten oder Stunden. Sie hatten von der "Großen Liebe" geredet und waren doch allesamt enttäuscht worden. Arkane hatte die Vorstellung einer solchen Gefühlsexplosion schon immer milde belächelt und dennoch getröstet, wenn die große Liebe sich doch als ein Haufen Trümmer entpuppt hatte.
Doch war nicht das, was sie mit Division erlebt hatte genau dasselbe gewesen? Hatte sie nicht gnadenlos mit jeder Minute, die sie miteinander und ohneeinander verbracht hatten ihr Herz immer mehr an ihn verloren? Konnte sie aus diesen, im Vergleich gesehen, winzigen Augenblicken, etwas so Starkes entwickeln, wie sie es jetzt gerade erlebte? Und wenn es so war, fühlte er dasselbe? Es war ein beklemmendes Gefühl nicht zu wissen, ob es so war, ähnlich wie die schlimmsten Ängste. Eine Mischung aus erwartungsvoller Neugierde und Panik vor dem, was sein konnte. Erst jetzt verstand sie warum so viele ihr Herz verloren hatten, warum so viele sich davon nie erholt hatten. Ein Gespräch zwischen Fohlen kam ihr in den Sinn, welches ihr immer und immer wieder erzählt wurde. Zwei junge Füllen, die gemeinsam durch dick und dünn gingen, beianderblieben und sich schworen für die Ewigkeit zusammenzubleiben. 'Ich liebe dich.' 'So wie es die Erwachsenen tun?' 'Nein, ich liebe dich wirklich.'. Es lag eine unglaubliche Tiefgründigkeit in diesen Worten und eine traurige Wahrheit. Was war heutzutage noch wahre Liebe? Junge Hüpfer, die eine Stute besprangen und anschließend ihrer Verantwortung den Rücken kehrten? Nein, es war genau das, was sie erlebte, zum ersten und wahrhaftigen Mal in ihrem ach so langen Leben. Liebe bedeutete Einigkeit, Seelenverwandschaft, Zuneigung und denjenigen so zu nehmen, wie er war. Ihre Gefühle für Division drückten genau das aus, auch wenn es absolutes Neuland für sie war.
Seine Worte rissen sie aus ihre Gedanken und sie folgte seinem Blick zum Horizont, erstaunt über die Zeit, die verstrichen war, nachdem sie in seinen Augen versunken war. Im Grunde genommen hatten sie die Jahre über genau auf diese Art und Weise miteinander kommuniziert. Sie waren in Gedanken beieinander und miteinander gewesen. Der Schwarze drückte das aus, was sie ebenfalls fühlte und ihr Herz machte einen warmen, weichen und doch riesigen Hüpfer vor Freude, dass es ihm so erging wie ihr. Sie wusste, dass er ehrlich war, genauso wie damals, als sie sich kennengelernt hatten, denn sie war nicht anders als er und Lügen waren das, was die Welt vergiftete. Auch seine nächsten Worte lösten wieder diese unbeschreibliche Welle an Gefühlen in ihr aus, diesen sanften Schauer, der durch ihren gesamten Körper ging, sie erwärmte und belebte. "Du hast mir gefehlt.", erwiderte sie leise und hätte ihm am liebsten beschrieben, wie leer sie sich gefühlt hatte, als sie gegangen war, wie viele Nächte sie sich vor Einsamkeit in den Schlaf geweint hatte, nur um sich ihn erträumen so können. Doch sie wusste, dass Worte überflüssig waren in diesen Dingen. Er kannte sie ohne sie zu kennen.
"Jetzt geht es mir gut, ja.", seufzte sie, schloss die Augen, spürte seine Berührung mit jeder Faser ihres Körpers, während ihr ganz sachte schwindelig wurde. All die Last, all das Böse, was sie mit sich herumgeschleppt hatte, fiel von ihren Schultern. Ihre Muskeln entspannten sich, entkrampften das erste Mal wahrhaftig und vollständig. Es war, als würde sein Blick allein auf ihrer Haut eine kribbelnde Spur ziehen und auch sie konnte nicht anders, als festzustellen wie wunderschön er in ihren Augen war, noch immer. Neugierde durchstreifte ihren Körper, wollte wissen, wie es ihm ergangen war, was er getan, erlebt, gesehen hatte, aber im Grunde war es unwichtig. Nur ein übermächtiges Verlangen war dort, das Verlangen das, was sie fühlte in Worte zu fassen, sich ihm zu öffnen, zu gestehen, die Angst vor Zurückweisung zu überwinden und die Sätze zu formen, die nie über ihre Lippen gingen. "Div, ich..." Sie stockte, suchte in schierer Verzweiflung seinen Blick, der ihr Halt geben würde, wo sie doch umhertapste, wie ein Fohlen, das gerade seine ersten Gehversuche wagte. Ihre Lunge verlangte nach Atem und konnte doch keinen finden, während ihr Herz sich schmerzhaft zusammenzog, beinahe platzte vor überlaufenden Gefühlen und Regungen. "Ich liebe dich."

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Arkane.
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25.02.2014 13:55 Arkane ist offline Email an Arkane senden Beiträge von Arkane suchen Nehmen Sie Arkane in Ihre Freundesliste auf Füge Arkane in deine Contact-Liste ein
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Ich hätte in diesem Augenblick alles dafür gegeben zu wissen, was Arkane dachte. Ich wollte wissen, was sie mir gegenüber empfand, wie es für sie war, mich wieder zu sehen, ob sie wegen mir zurückgekommen war, ... Ich fühlte mich auf einmal wieder ganz jung, so nervös flatterte mir das Herz und meine Ohren zuckten unruhig, als ich die Rappstute keine Sekunde aus den Augen ließ. Sie schaffte es, was sonst noch keiner geschafft hatte. Alle Last fiel von mir ab und als auch sie sich entspannte, sah sie noch schöner aus als zuvor. Natürlich bildete ich mir nichts ein, ich sah sie auch nicht als strahlende Märchenprinzessin vor mir. Ich sah sie, wie sie war, mit all ihren Ecken und Kanten, die sie nur noch umso liebenswerter machten. Sie war einfach echt und das fand man heutzutage viel zu selten. Die meisten verstellten sich doch, nur um anderen zu gefallen, weil sie Angst hatten, sie selbst seien zu wenig. Aber Arkane wusste, dass das nicht stimme und dass ich sie schon immer so akzeptiert hatte, wie sie war.
Und als sie mir eröffnete, dass sie mich auch vermisst hatte, da lachte meine Herz und meine Augen funkelten mit der Sonne, die mittlerweile hoch am Himmel strahlte, um die Wette. Und als sie mir sagte, dass es ihr gut ging, war ich so erleichtert, dass ich am liebsten geweint hätte. In meinem Kopf hatten die Horrorszenarien bereits begonnen, sich vor meinem inneren Auge abzuspielen, ich hatte an Bilder gedacht wie dass sie nur gekommen war, um sich für immer von mir zu verabschieden oder ähnliches. "Das ist gut", flüsterte ich in ihr Ohr. "Das ist sogar sehr gut, ach was, unbeschreiblich gut." Nun drängte sich ein heiteres Lachen aus meiner Kehle und ich merkte, dass ich es viel zu lange nicht mehr getan hatte, jedenfalls nicht mehr ehrlich. Das beiläufige Lächeln oder freundliche Grinsen, wie ich es beispielsweise Feel geschenkt hatte, ließ sich damit in keinester Weise vergleichen. Natürlich hatte mich der Kleine auch so akzeptiert, wie ich war und letztenendes waren wir ja sogar so etwas wie Freunde geworden. Aber ich hatte auch gemerkt, dass er sich nach jemand Gleichaltrigem sehnte, mit dem er sinngemäß um die Häuser ziehen konnte. Sicher hatte ich ihm helfen können, ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber das war nicht dasselbe. Wie viel schöner war es doch, mit jemandem befreundet zu sein, der einen nicht nur brauchte, sondern der es auch genoss, einfach nur genoss, Zeit mit einem zu verbringen. Nicht, dass ich dem Junghengst vorwerfen wollte, dass er sich mit mir gelangweilt hatte oder nur aus Langeweile bei mir geblieben war, aber.. ach, ich wusste eigentlich selbst nicht, was ich hier faselte. Worauf ich eigentlich hinaus wollte war, dass Arkane und ich zusammen gehörte, weil wir uns um unserer selbst willen mochten. Wir verstanden uns und wir waren nicht nur die Lückenbüßer des anderen. Zumindest hoffte ich das!
Aber als Arkane erneut zum Sprechen ansetzte, ganz vorsichtig, als müsste sie mir etwas Schlimmes gestehen, da war ich ganz aufmerksam und anschließend auch ganz sicher, dass ich mir nichts eingebildet hatte. Sie liebte mich. Sie hatte mir gesagt, dass sie mich liebte. Und ich hatte an ihrer Stimme gehört, dass sie es ehrlich meinte. Woher ich das alles so genau wusste, wo wir uns doch zuvor erst einmal begegnet waren?! Ich konnte es mir selbst nich erklären. Aber mir war, als würde ich die Stute schon mein Leben lang kennen. Und ich konnte ihre Worte auch guten Gewissens erwidern. "Ich liebe dich auch", hauchte ich also und sah sie zärtlich an. Es waren nicht die holprigen Worte eines Teenagers, der nicht wusste, wie er seine Gefühle, die meist eh nur eingebildet waren, anders zum Ausdruck bringen sollte. Es war die Wahrheit. Ich hatte es schon gewusst, als ich sie zum ersten Mal gesehen hatte und ich hatte es immer gewusst, wenn ich an sie gedacht hatte. Eingestehen hatte ich es mir nie wollen, denn ich wusste, dass ich es dann noch weniger hätte ertragen können, dass sie fort war.
"Weißt du eigentlich, dass ich nie in meinem Leben etwas haben wollte, dessen Verlust ich nicht ertragen könnte? Und dann kamst du", sagte ich leise und dann küsste ich sie. Ganz kurz nur, aber so voller Sehnsucht und doch so voller Zufriedenheit, weil sie endlich bei mir, zu Hause, angekommen war. Ich fühlte mich wie ein Schiff im sicheren Hafen nach einem schweren Sturm und es war wohl Schicksal, dass wir uns ausgerechnet am Strand getroffen hatten. Glücklich sah ich auf das Meer, dass auch nicht mehr so toste wie letzte Nacht. Alles passte zusammen.

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Sein Lachen, seine Bewegungen und letzten Endes seine Erwiederung ihrer Liebe, all das war es, was sie ihr ganzes Leben lang eigentlich vermisst hatte, es nur hintenan gestellt hatte, um für andere sorgen zu können. Es war, als wäre ein Lebsntraum für sie in Erfüllung gegangen und sie konnte nicht anders, als den Schwarzen unter Tränen anzulächeln. Und als er ihr sagte, dass er ihren Verlust nie würde ertragen würden, war es ihr, als würde sie innerlich ein Stückchen sterben vor lauter Sehnsucht, Liebe und wirrer Gedanken.
Das Leben spielte ein ungerechtes Spiel mit ihnen, obgleich sie jetzt glücklich miteinander waren, machte Division's Aussage der Rappstute nur allzu bewusst wie alt sie beide wirklich waren. Wie viel Zeit hatten sie noch miteinander? Wie viele gemeinsame Wege würden sie noch gehen können, bis der Tod sie wieder entzwei riss? Auf die Zeit, die bereits vergangen war, gesehen, war es ein Witz. Ein sarkastischer Streich dessen, was einem sowohl das Leben einhauchte, als auch mit dem Tod den letzten Atem nahm. Ein Teil ihrer selbst saß nun also schmollend und über die Ungerechtigkeit protestierend im inneren ihrer Seele, gut behütet, abseits der anderen und machte ihr mit jeder Minute bewusst, dass es schon so bald wieder zu Ende gehen konnte. Äußerlich spürte sie noch immer die leisen Schauer, die sein kurzer Kuss ihr über den Rücken jagten, verlor sie sich noch immer in seinen Augen und ließ ihren Gefühlen freien Lauf.
"Ich war immer mit einem Teil meiner Gedanken bei dir. Da drin.", hauchte sie leise, berührte mit ihren weichen Nüstern seine Brust, nur um ihn sogleich wieder wehmütig anzulächeln. "Ich bin weggelaufen, Div, weg vor dem, was ich für dich empfand, weil ich es als egoistisch betrachtet habe meinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten nachzugeben, wo mich andere doch viel mehr brauchten..." Sie schüttelte den Kopf, schluckte ihre Wut über sich selbst hinunter und versuchte die Qual in ihrem Gesicht zu verbergen, doch das Zittern ihrer Lunge, als sie tief einatmete, verriet sie nur zu deutlich. "Ich lag so falsch, so unglaublich falsch..." Es tat weh festzustellen, dass er sie genauso vermisst hatte, wie sie ihn. Festzustellen, dass sie ihn mehr verletzt, als vor ihren egoistischen Ansichten bewahrt zu haben und es tat ihr leid. Mehr leid, als alles andere zuvor. Doch Fehler konnte man nicht rückgängig oder "wieder gut" machen. Man konnte nur auf Verzeihung hoffen und darauf, dass man mit seiner Schuld leben konnte. Und das tat sie.

[Entschuldige die Kürze, mittendrin hat die Krea wieder aufgehört, aber ich wollt nicht wieder alles verwerfen :x ]

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Ich erschauerte unter ihrer Berührung und lächelte sie warmherzig an. "Ich weiß", sagte ich. "Ich habe dich immer gespürt, ganz tief und unbewusst." Wer uns zuhörte würde wahrscheinlich die Augen verdrehen ob so viel Kitsch, aber es war mir egal. Und wenn uns jeder gehört hätte. Es kümmerte mich nicht. Ich wollte am liebsten alles heraus schreien, die ganze Welt an meinem Glück teilhaben lassen. Sie war wieder da und das war alles, was zählte. All die Qualen, Ängste und Sorgen der vergangenen Jahre, das ewige Alleinsein, die Einsamkeit die so sehr an meinen Nerven zehrte - das war vorbei und mit einem Mal wie vergessen, obwohl wir uns doch erst so kurz wieder hatten. Aber mir kam es jetzt schon vor wie eine kleine Ewigkeit und das war auch gut so.
Als ich ihren gequälten Gesichtsausdruck bemerkte, stupste ich sie bestürzt an. "Hey! Du musst dich nicht entschuldigen. Es ist, wie es ist. Ich kann gut verstehen, was du meinst. Auch ich stelle das Wohl anderer so oft über mein eigenes und vernachlässige darüber meine eigenen Wünsche und Belange. Aber damit ist jetzt Schluss. Lass uns die Vergangenheit für einen Moment vergessen, auch wenn es genau das ist, was uns beiden so schwer fällt. Lass uns im Hier und Jetzt leben und die Zeit genießen, die wir noch miteinander haben werden. Ich hoffe so sehr, dass sie noch lange dauert. Unendlich lange." Sehnsüchtig blickte ich sie an, immer noch glaubte ich, dass sie im nächsten Moment zerplatzen würde wie eine Seifenblase. Sie musste einfach, es konnte nicht wahr sein, dass ein Einzelner so viel Glück hatte. Manche trafen ihr ganzes Leben lang niemanden, der so war wie Arkane. Und trotz der Tatsache, dass ich so alt war und so viel erlebt hatte, war mir nie zuvor jemand begegnet wie sie. So jemanden traf man höchstens einmal im Leben. Ich dankte dem Himmel, oder wer immer dafür verantwortlich war, von Herzen dafür. Jetzt würde ich sie niemals wieder gehen lassen und das sagte ich ihr auch. Es war ein Versprechen, keine Drohung, voller Liebe und Zärtlichkeit. Ich würde auf sie aufpassen, auch wenn sie gar keinen Beschützer brauchte. Sie war bis jetzt ohne mich klar gekommen - aber gab es nicht so viele steinige Wege, die man zu zweit viel besser bewältigen konnte? Ich hatte immer angenommen, dass ich alleine besser dran war, weil mich ohnehin niemand so verstand, wie ich mir das vorstelle. Aber sie war die große Ausnahme. Sie war mein Himmel auf Erden.
Immer wieder musste ich sie beiläufig berühren, ihren Hals, ihre Nüstern, ihre Stirn mit Küssen übersähen, weil ich immer noch befürchtete, dass sie wieder verschwinden könnte und ich wollte mir dann wenigtens nicht vorwerfen können, dass ich nicht jede Sekunde voll ausgekostet hatte.
Kurz musste ich an meinen neuen Freund Feel denken. So wie ich den jungen Hengst einschätzte, wusste ich jetzt schon, dass er sich riesig für mich freuen würde und mir wurde noch ein paar Grad wärmer ums Herz. Hoffentlich hatte er seine Freundin, die Schimmelstute Tears, mittlerweile auch wieder gefunden. Ich wünschte es ihm so sehr und hoffte, dass er und sie das gleiche erleben würden wie Arkane und ich. Diese beiden hatten noch so viel Zeit und konnten das Allerbeste aus ihrem Leben machen. Aber jetzt war erst einmal ich dran. Zum ersten Mal seit langem stand ich für mich selbst wieder im Vordergrund, gleich nach der Rappstute verstand sich. "Jetzt wird alles gut", flüsterte ich und das meinte ich auch so. "Ich verspreche es dir." Kurz drückte ich meine Stirn an ihre, sah ihr tief in die Augen und sog ihren Geruch tief ein, mit dem Wissen, dass ich ihn niemals mehr vergessen würde, nie mehr vergessen konnte. Es war schon sonderbar. Wir kannte uns vergleichsweise erst so kurz und doch hatte ich vom ersten Moment an gewusst, dass sie etwas ganz besonderes war. Es gab wohl wirklich so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Auch, wenn ich über zwanzig Jahre hatte warten müssen, um das herausfinden zu müssen.

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Erleichterung und unglaubliche Dankbarkeit erschütterte ihren Körper, während sich erneut Tränen ihren Weg in ihre Seelenfenster bahnten. Er verzieh ihr. Einfach so. Sie hatte um Verzeihung gebeten und er war bereit sie ihr zu schenken. Seine Berührungen ließen sie immer wieder erbeeben, ihre Haut fühlte sich an, als würde sie zum ersten Mal ihr einzig wahren Sinn und Zweck erfüllen. Früher, da wurde sie lediglich zum Erfühlen der Wetterumstände genutzt, doch jetzt da ihr Leben vor ihr stand, da explodierte jeder Zentimeter ihrer Haut in einem Spiel aus Licht, Wärme und unermesslicher Freude. Ganz leicht stellten sich ihre Haare auf, ein wohliger Schauer, der durch ihren Körper glitt und sie fühlte sich wieder jung, als könnte sie, gemeinsam mit ihm die Welt bewegen. Sanft drückte sie ihre Stirn gegen die seine, spürte seine Körperwärme, sein vom Alter angerautes Fell auf dem ihren und wusste, dass es wahr war. Es würde alles gut werden, es würden keine Schatten mehr auf sie lauern, sie würde nie wieder das Gefühl haben verfolgt zu werden, nie wieder diese unbestimmte Angst fühlen, dass er für immer fort war. Er war hier. Bei ihr. Sie waren hier, wo sie hingehörten und wenn es einen Gott gab, dann war er jetzt in diesem Moment bei ihnen und betrachtete sein Meisterwerk, da war sie sich sicher. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie den Blick hob und ihm in die ach so weisen und erfahrenen Augen sah, die nun nichts anderes als Liebe, Freude und Sicherheit versprachen. "Ich weiß, Div...", hauchte sie, während ihr lächeln breiter wurde, ihre Brust fast zu platzen drohte vor unbeschreiblicher Freude. Nur einen kurzen Augenblick blitzte der Gedanke in ihr auf, dass es zu schön war, um wahr zu sein, dann wandte sie sich wieder dem Moment zu. Er war echt und das war das Einzige, was sie sich jemals von einem Augenblick erträumt hatte. Im Grunde genommen konnte sie es noch immer nicht fassen und doch wusste sie, dass es wahr sein musste. Auch sie berührte den Körper des Rappen immer wieder, strich sanft mit ihren Nüstern über seine Narben, über ein paar ergraute Haare und all die kleinen Besonderheiten, die er seit ihrem ersten Treffen bereits besaß. Sie liebte jede einzelne Faser von ihm, jeden Makel, jede Ecke, jede Kante und jeden Gedanken, den sein unglaublich kluges und weises Gehirn produzierte. Sie standen noch eine Ewigkeit so da, liebkosten sich, während die Wahrheit über ihre Existenz langsam, aber sicher in ihre Gedanken sickerte und Begreifen auslöste. Langsam wagte sie es sich weiter zu lösen, sich in eine bequeme Haltung zu begeben, das rechte Hinterbein entspannt eingeknickt, doch so, dass sie ihn weiterhin berühren konnte. Ihr wurde bewusster, dass sie gemeinsam Zeit hatten, dass sie eine Zukunft hatten, auch wenn sie wahrscheinlich kürzer sein würde, als sie jemals erwartet hatte. Die Vergangenheit ruhte fürs Erste, es würde noch genug Zeit bleiben über eben jene Erlebnisse zu plaudern, jetzt war es an der Zeit an das 'Wir werden' zu denken. Das andauernde Lächeln auf ihren Lippen wurde wieder weicher und sie legte leicht den Kopf schief, als sie ihn jetzt ansah. "Also Division, da sind wir wieder, du und ich.", begann sie leise, blies zärtlich ihren Atem in seine Nüstern und küsste ihn sacht, bevor sie fortfuhr. "Welch Ironie, dass wir uns erst vereinen, wenn der Sinn des Lebens an uns vorbeigezogen ist, was?" Ein glockenklares Lachen erhob sich aus ihrer Brust, gepaart mit einem Hauch von Verbitterung. Wenn sie je ein Fohlen in diese grausame Welt gesetzt hätte, dann wohl mit Division, diesem wundervollen Hengst, der ihr als Erstes diese Flausen in den Kopf gepflanzt hatte. Sie hatte nie das 'Glück' eigener Kinder erlebt, sondern hatte die Welt zu ihrem Kind gemacht und doch hatte sie sich tief in ihr drin danach gesehnt einen Kämpfer für das Gute heranzuziehen, einen Nachfolger von ihr und Division, der das Gute und das Licht in dieser Welt verbreiten und das Leid anderer tilgen würde. Nun dieser Zug war wohl abgefahren und das bedauerte sie zutiefst, denn auch wenn sie beide bereits im fortgeschrittenen Alter gewesen waren, als sie sich das erste Mal trafen, so hätte es eine Chance gegeben. Heute war sie sich nicht mehr sicher über das Schicksal. Ebenso wäre es wohl grausam gewesen so viel von einer noch jungen Seele zu erwarten und doch konnte sie nicht anders als daran zu denken. Wieder küsste sie ihn, ein wenig gedankenverloren und hoffte, dass ihr Division ihren üblen Scherz ebenso verzeihen würde wie ihren grußloses Abschied. "Mir steigen wohl diese ganzen Gefühle zu Kopf, mein Herz.", fügte sie noch mit einem schiefen, entschuldigenden Grinsen hinzu und blickte erneut in seine sanftmütigen Augen, deren Anblick sie in der Vergangenheit schon fast vergessen hatte. Und dennoch wusste sie, dass sie genau denselben Ausdruck hatten wie damals. Müder vielleicht, das stimmt, doch noch immer voller Licht, Weisheit und Wärme.

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[Habe Gänsehaut. heart]

Wie ich in den letzten Jahren überhaupt nur einen einzigen Tag hatte überleben können, das fragte ich mich jetzt. Ich fand keine Antwort darauf. Seit ich Arkane kennengelernt hatte, war sie in meinem Kopf herumgespukt. Und erst jetzt merkte ich wirklich und wahrhaftig, wie sehr sie mir tatsächlich gefehlt hatte. Es war unbeschreiblich. Ich konnte nicht in Worte fassen, wie froh ich war, dass der Himmel sie - endlich - zu mir zurückgetragen hatte. Als sie mich direkt ansah, fühlte ich mich auf meine alten Tage auf einmal fast verlegen. "Tja, da sind wir wieder", wiederholte ich und blinzelte sie an. "Und doch wirkt es so, als seien wir das schon immer gewesen", fügte ich hinzu. Arkanes Worte dagegen waren bitter und ich trat rasch einen Schritt auf sie zu, zog sie eng an mich und drückte sie, so fest ich konnte. Denn auch, wenn sie sich hinter Ironie und Spott versteckte, so hatte ich doch den Schmerz in ihren Augen gehört und die Belegtheit ihrer Stimme wahrgenommen. Für einen Moment schloss ich die Augen und hoffte, dass sie wusste, dass ich alles für sie tun würde. Alles - ohne Ausnahme.
Was sie mit Sinn des Lebens meinte, war mir rasch klar. Manchmal war die gesammelte Lebenserfahrung eben doch für etwas gut. Dass Arkane sich augenscheinlich nach einem Fohlen gesehnt hatte - oder immer noch sehnte - war mir neu. Aber woher hätte ich es auch wissen sollen? Zum wiederholten Mal verfluchte ich das Schicksal, weil es uns erst so spät zusammen geführt hatte. Arkane hatte da schon ganz recht. Aber gleichzeitig war ich dankbar für das, was wir hatten. Und ich war mir sicher, dass sie es auch war. Trotzdem verschwieg ich ihr, dass ich selbst keinen blassen Schimmer hatte, was aus meinen Nachkommen geworden war. Ich wollte keine Geheimnisse vor meiner Liebsten haben, aber vielleicht hätte sie es nicht verstanden. Auch ich war einst ein junger Springinsfeld gewesen und hatte mein Leben genossen, so, wie es eben normal war. Aber das meinte ich gar nicht. Schließlich war ich auch irgendwann sesshaft geworden und hatte eine Familie gegründet und Fohlen gehabt. Ich hatte mein Leben geliebt, hatte meinen Sohn und meine Tochter aufwachsen sehen und ihnen auf ihrem Lebensweg alles Gute gewünscht, als sie alt genug waren. Am liebsten hätte ich danach noch einmal von vorne angefangen. Bis ich rausgefunden hatte, was meine Angebetete nebenher noch so trieb. An diesem Tag hatte ich den Glauben an die Liebe verloren - bis heute. Und als ich ihr den Rücken gekehrt hatte und weitergezogen war, da hatte ich gemerkt, dass sich die Welt um mich herum verändert hatte, aber ich mich nicht mit ihr. Ich hatte mich in ihr nicht mehr heimisch gefühlt. Die Zeit hatte sich verändert. Den wahren Wert einer Beziehung wusste niemand mehr zu schätzen, stattdessen wartete jeder nur insgeheim darauf, etwas Besseres zu finden. Wenn etwas zerbrach, kittete man es nicht, sondern warf es auf der Stelle weg. Keiner wollte sich mehr anstrengen. Und so hatte ich mich eben, wenn auch mit zusammen gebissenen Zähnen, angepasst. Nein, eigentlich stimmte das nicht. Ich hatte gewollt, dass sie sich mir anpassten. Und war immer wieder auf erbitterten Protest gestoßen. Man hatte mich als alt, hinterwäldlerisch und verschroben bezeichnet, aber stets waren die Worte an mir abgeprallt. Ich hielt eben an meinen Werten fest - was war daran schon verwerflich?
Kurz bekam ich einen Schreck, als mir klar wurde, dass gerade mein ganzes Leben an mir vorübergezogen war. Es hatte doch nicht etwa mein letztes Stündlein geschlagen?! Aber das wäre wohl des Zufalls zu viel gewesen, wo ich doch Arkane gerade erst wieder in meine Arme geschlossen hatte. Aber wie unfair das Leben sein konnte, wusste ich ja zu genüge.
Aber noch war ich hier, ich atmete und ich konnte mein Herz fest in meiner Brust klopfen spürte - so sehr, dass Arkane es bestimmt auch wahrnahm. "Merkst du, was du mit mir machst?", flüsterte ich in ihr Ohr, bevor ich mich wieder von ihr löste. "Ich weiß genau, wie du dich fühlst", sagte ich dann. "Mir geht es ganz genauso. Es ist, als ob all die Jahre auf einmal von mir abgefallen und ich wieder jung wäre. Gott, wie schlimm das wäre, alles nochmal machen zu müssen!" Ich grinste breit, auch wenn ich mich gar nicht so gut fühlte. Denn noch unendlich viel Zeit mit ihr zu haben, war ja in Wahrheit das, was ich mir am allermeisten wünschte...

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12.01.2016 20:26 The Division Bell ist offline Email an The Division Bell senden Beiträge von The Division Bell suchen Nehmen Sie The Division Bell in Ihre Freundesliste auf
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Gott wie sehr sie es genoss, dass er hier bei ihr war und immer wieder die letzte Entfernung überbrückte, um sie zu berühren! Nicht nur mit seinem Körper, nein, er berührte sie mit seiner Seele, war wie Balsam für die ihre, sodass alte Risse und Wunden in nur wenigen Momenten verheilten und ein sanftes Morgenrot sich in ihren Gedanken ausbreitete. Er brauchte gar nichts zu dem lächerlichen Thema sagen, dass sie angeschnitten hatte. Nein, es reichte vollkommen, dass er sie in seinem mächtigen Körper einhüllte, sie stütze und ihr die Sicherheit und Geborgenheit gab, die sie sich so lange ersehnt hatte. Bei ihm konnte sie sich fallen lassen. Für ihn musste sie nicht stark sein, denn sie waren gemeinsam stark. Die Welt lag ihnen zu Füßen, sie konnten tun und lassen was sie wollten, denn sie würden es gemeinsam tun. Keine Scham, kein schlechtes Gewissen, keine Trauer, kein Leid, kein Mitleid mehr, nichts dergleichen was sie bei Anderen gefühlt hatte. Nur die pure, reine Sonne, die aus ihrer beiden Herzen schien. Sie spürte wie sein Herz im Einklang mit dem ihren in seiner Brust schlug und als seine Worte an ihr Ohr drangen, musste auch sie grinsen. Vergessen war die Verbitterung über das was ihnen genommen wurde. Vielmehr zählte das, was ihnen gegeben wurde. Zeit miteinander und Zeit war wohl doch das wertvollste Gut auf dieser Welt, denn sie rann viel zu schnell dahin. Auch jetzt wo es sich anfühlte, als hätten sie eine Ewigkeit Zeit. Die Sonne strahlte bereits am Himmel, ließ den angefrorenen Sand und das Meer vor ihnen glitzern. Ihr Blick glitt wieder zu seinen Augen und sie erschrak beinahe, als sie sah, dass das Grinsen nicht seine Augen erreichte. Sie wusste was ihn gleichzeitig mit seiner Freude über die neu gewonnene Jugendlichkeit betrübte. Sie konnten sich so jung fühlen wie sie wollten, sie konnten darüber lachen, dass sie nicht alles noch einmal von vorne beginnen wollten und doch war es das, was sie wollten, denn es würde bedeuten, dass sie mehr Zeit hätten. Dass sie keine Angst haben brauchten jeden Moment durch die letzte Falltür zu steigen. Sanft küsste sie ihn auf seine Augen und schenkte ihm dann ein warmes, tröstendes Lächeln. "Wer weiß denn schon, was danach kommt? Stell dir vor die Fohlen dieser Welt könnten in den Bäuchen ihrer Mütter miteinander kommunizieren, was würden sie wohl glauben was nach den 11 Monaten ihres Lebens geschieht? Sie würden durch die Falltür fallen und die Verbindung zueinander verlieren, denken, dass der, der gegangen ist auf nimmerwiedersehen verschwunden ist. Bis sie selbst fallen und erkennen, dass danach eine ganze Welt auf sie wartet und viele Jahre langes Leben." Sie glaubte fest daran, dass dies nicht das Ende war. Wozu hatten sie eine Seele, ein Bewusstsein, wenn es nach dem Tod in ein undefinierbares Nichts gleiten würde? Sie mochte zwar nicht recht an die Vorstellung von Himmel und Hölle glauben, denn in ihren Augen hatte jedes Wesen eine zweite Chance verdient, aber irgendetwas musste danach einfach kommen. Die Schwarze konnte und wollte nicht glauben, dass das Leben ein solch übles Ende nahm. Die vielen Leichen, denen sie auf ihrem Weg durch die Länder begegnet war, sie konnten nicht einfach ausgelöscht sein. Mit aller Macht drängten sich die Bilder aus ihrer Vergangenheit vor ihr inneres Auge, wollten gesehen werden, um nicht zu vergessen, dass sie so unendlich viel Glück hatte hier mit ihrem schwarzen Ritter in matter Rüstung zu stehen. Ganz besonders ein Bild eines Fohlens machte ihr zu schaffen, die Gliedmaßen verrenkt, die leeren Augen starrten fragend hoch auf die Klippe von der es gestürzt sein musste. Gestürzt oder gestoßen? Sie wusste es nicht und bei dem Gedanken daran wurde ihr noch immer übel. Doch die Schwarze zwang sich hinzusehen, zwang sich dem lieblichen Wesen den Abschied zu gewähren und das Nie-Vergessen. Denn solange wir die Toten nicht vergasen, lebten sie in uns weiter. Die Alte ließ den Gedanken langsam ziehen, sah noch einige mehr junge, ausgelöschte Leben vor ihrem inneren Auge und verabschiedete jedes Einzelne, wie in einem Ritual. Ihr zuvor leerer Blick fand wieder den des Schwarzen und sie lächelte sanft, küsste ihn auf die Stirn, schmiegte sich an ihn und genoss die wohligen Schauer, die es auslöste. "Ich werde dich überall finden, mein Herz. Im Diesseits und im Jenseits. Nicht noch einmal ohne dich, nie wieder.", flüsterte sie und gab ihm somit ein Teil ihrer Seele, der Teil, der sowieso ihm gehörte, ganz gleich was geschah.

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Arkane hatte vollkommen recht. Warum die Flinte ins Korn werfen? Wir hatten das Unerwartete geschafft, wir waren wieder zusammen, obwohl es so unwahrscheinlich gewesen war. Wir hatten allen Widrigkeiten getrotzt, also mussten wir uns jetzt keine Sorgen um die Zukunft machen, sondern lieber den Moment genießen, das Hier und Jetzt, das uns gemeinsam vergönnt war. Und wie sie sagte - wer wusste schon, dass dies irgendwann vorbei sein musste? Vielleicht kam irgendwann ein Tor, dass wir durchschreiten würden, um danach in einer anderen Welt miteinander glücklich zu sein. Ich konnte mir jetzt einfach nicht vorstellen, ihr irgendwann Lebewohl sagen zu müssen. Der Gedanke jagte mir auf der Stelle einen eisigen Schauer über den Rücken und ich schüttelte energisch den Kopf. Keine düsteren Vorstellungen sollten den heutigen Tag ruinieren, den ich ohne zu zögern als einen der schönsten meines Lebens bezeichnen würde. Ich schmiegte mich noch enger an die Rappstute und sog tief ihren Duft ein, den ich unter tausenden erkennen würde. Sie gehörte jetzt untrennbar zu mir, das stand fest. Ich wollte mit ihr den Rest meines Lebens verbringen, egal, wie kurz oder lange dieser noch dauern mochte. Ich hatte viel zu lange auf sie gewartet, auf meine zweite Hälfte, meine Seelenverwandte. Ich würde nie vergessen, wie ich das bereits beim ersten Blick, den wir getauscht hatten, erkannt hatte. Und ich bereute so sehr, dass ich sie damals schon nicht besser festgehalten hatte.
Aber das war Schwachsinn. Ich wollte nicht, dass mein Dasein von Reue zerfressen wurde. Die Vergangenheit ließ sich nicht ändern, ganz egal, wie sehr wir uns auch bemühten oder gar ärgerten. Wir gingen einen Weg, der vielleicht vorgeschrieben sein mochte oder auch nicht - es machte keinen Unterschied, weil wir es nie erfahren würden.
Ich drückte ihr einen Kuss zwischen die Ohren. "Ich lasse dich einfach nie wieder gehen", versprach ich ihr und lächelte. Das sollte keine Drohung sein - natürlich konnte die Stute hingehen, wo auch immer sie wollte. Aber ich war mir sicher, dass sie das wusste. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sie meine Gedanken lesen konnte. Ich fühlte mich vor ihr wie ein offenes Buch und das war auch völlig in Ordnung so. Ich hatte nichts vor ihr zu verbergen. Ich wollte immer ehrlich zu ihr sein und diese reine Liebe, die wir hatten, durch nichts auf der Welt zerstören. Vielleicht mochte man mich jetzt für einen Heuchler halten: Schließlich hatte auch ich mich schon falsch verhalten, hatte Beziehungen zerstört oder etwas fortgeworfen, was ich meiner Meinung nach nicht reparieren konnte - oder wollte. Aber mit Arkane war das anders. Ich würde sie niemals aufgeben, ganz egal, was auch passierte. Zwar konnte ich mir im Augenblick keine Sekunde lang vorstellen, dass wir jemals eine Meinungsverschiedenheit haben würden, aber man sollte ja bekanntlich niemals nie sagen. Außerdem lebte ich momentan wohl noch im ersten Rausch, das war mir klar. Schließlich verfügte ich über genügend Lebenserfahrung. Aber bei einer Sache war ich mir sicher - selbst, wenn der Rausch abflaute, die Gefühle würden bleiben und sich eher noch vertiefen. Dieses Band zwischen uns konnte jetzt keiner mehr zerschneiden. Zu lange hatten wir gebraucht, um es überhaupt erst zu flechten.
"Nie wieder", stimmte ich der Schwarzen zu. Noch nie hatte ich Worte so ernst gemeint. Ohne sie war ich verloren, mein Leben würde keinen Sinn mehr haben. Und ich wusste, dass es ihr ganz genauso ging. Das musste sie nicht einmal laut aussprechen. "Ich habe dich so vermisst", flüsterte ich. Ich konnte es nicht oft genug sagen. Immer wieder musste ich mich mit kleinen Berührungen davon überzeugen, dass sie wirklich da war, dass ich auf meine alten Tage noch so viel Glück hatte.

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